RollOut! GOES URUGUAY

Radreisebericht: Von Montevideo nach Punta del Diablo

Uruguay Bikepaking Velonia Radfahren Zelt Sonne Sommer Mate

Montevideo - Punta del Diabolo

ca. 260km, 3 Tage & 2 Nächte

Radtaschen, Zelt & Co

einfach

Cabo Polonia

Wir starten in Monte und rollen die ersten 80 km nach Piriápolis. Ungewohnt: Mit dem Bus. Wieso? Hätten zwangsläufig am Highway radeln müssen. Wenig Bock. Deshalb kommt uns der Busbahnhof Tres Cruces sehr gelegen. Hier fahren regelmäßig Busse, die dich & dein Bike für ein paar Dollar die anderthalb Stunden mitnehmen.

Ausstieg, ausladen, alles reibungslos. Halten kurz beim pittoresken Grand Hotel von Piriápolis. An den Außenflügeln bröckelt die Fassade ab. Im Herzstück fristet ein Casino sein Dasein. Was soll uns das sagen? Bei uns bröckelt noch gar nichts, wir müssen wohl los. Weit kommen wir nicht: Hinter der Stadt reihen sich Buden mit fangfrischen Fisch aneinander. Bei frittierten Camarones & Seetang schlagen wir zu. Dann noch einen Mate am Playa genießen – todo tranqui.

Als wir endlich wieder auf der Piste sind, wird‘s schon langsam dunkel. Aus der Ferne erkennen wir die Silhouette von Punta del Este. Wer‘s nicht kennt: hunderte Hotels und fancy Yachten. Im Abendrot fahren wir die Promenade längs. Slalom zwischen Badegästen & Mercedes-Benz. Gelegentliche Blicke in verglaste Luxus-Suites.

Als wir die Stadt hinter uns lassen, ist‘s bereits stockduster. Bei Maps suchen wir nach Dünen, abseits der Siedlungen. Bingo! Bei Edèn Rock führt uns ein Pfad stracks auf einen Baumstamm zu, der uns anschließend noch als Tisch dient. Während die Pasta kocht, steht das Zelt bereits. Ein Heli sucht den Strand ab. Wir trinken dabei ein Nortena & beobachten Sterne. Ciao.

In der Früh entdecken wir einen Skorpion, der unter dem Zelt lungert. Was ist sonst noch passiert? Rumalbern mit Locals. Nächste Etappe: Kaffee in Faro José Ignacio, der auch wunderbar schmeckt. In der gnadenlosen Mittagshitze verlassen wir erstmals den Asphalt und erreichen nach 12 km Schotter die Laguna de Roche. Straßen gibt‘s hier keine mehr. Wir gönnen uns bei el fogón de Pepe eine Pause. Holzverschlag mit nur 1 Gericht: Camarones. Riquisimo.

Anschließend schieben wir unsere Räder durch den gelbweißen Sand. Menschenleer & Meeresrauschen. La Paloma passieren wir, eine Erfrischung im Wasser & halten erst wieder im hyggen La Pedrera. Mit Empanadas in der Lenkertasche rollen wir die Hauptstraße hoch. Am Ende erwartet uns ein beeindruckender Ausblick auf die kilometerlange Küste.

Plötzlich, als wir weiterradeln, erscheint ein Schild: Wir fahren auf einem Fahrradweg! Das geht dann sogar noch mehrere Kilometer weiter, bis wir bei San Antonio wieder in den Dünen campen.

Die ersten 50 km waren zäh. Erst einmal verfahren, dazu keinen Proviant. Die Moskitos waren auch früh auf. In Cabo Polonio lassen wir die Räder stehen und nehmen ein Big Rig ins Dorf. Du kannst streckenweise auch radeln, aber die Sandpassagen turnen eher ab. Was gab‘s dort zu sehen? Leuchtturm, Delfine, die Seelöwen-Schulen imitieren, und Wellen. Außerdem absurd viele Menschen.

Anschließend rollen wir uns in Rage. Bis wir Castillos erreichen, geht es gleich mehrmals bergauf. Dort decken wir uns für den Endspurt ein. Den Durst löschen wir mit frischem Jugo de Batia, umgefüllt in Cola-Flaschen. Mitten in der Meditation taucht das erste Schild auf: Punta del Diablo. Noch ein paar Kilometer, die sich sehr ziehen, und downhill durch‘s Städtchen, das gar nicht so klein ist. Jump ins Meer. Listo.

Du willst die gleiche Tour radeln? Kein Problem, wir haben für dich einen Komoot Link erstellt:

Uruguayische Riviera