Vier Tage. 430 Kilometer. Temperaturen bis 34 °C. Eine fulminante Mischung aus Gebirge, Waschbären und Rinnsalen einerseits sowie Burgen, Freaks und Bratwurst. Unser diesjähriges Bikepacking-Highlight trug den passenden Namen „Wartburgfest“ – eine epische Tour von Köln über den Westerwald, Marburg und das Werratal bis zur legendären Wartburg in Eisenach.
Früh am Morgen ging’s los: Räder randvoll mit Taschen, Proviant und bisschen Abenteuerlust. Die Strecke führte entlang des Rheins zur Siegmündung und dann mäandernd der Sieg folgend, durch Auen, Wälder, Felder – ein ständiger Wechsel von Natur und Menschen. Highlight: Burgruine Windeck. Tief im Westerwald forderten uns einige steile Anstiege bei knackigen 32 °C heraus. Zur Abkühlung: ein Sprung in den Fluss. Der Abend endete stilecht – mit einem Campingplatz im Eichenwald, wo wir zufällig ein Oldtimer-Treffen von Opel-Fans crashten. Fritten, Live-Musik und Motorhaube inklusive.
34 °C, fast 1.000 Höhenmeter – eine echte Hitzeschlacht. Zum Glück wartete ein erfrischender See auf dem Weg. Wir folgten lange der Dill, machten Halt in Dillenburg, einem historischen Juwel mit unerwartetem Charme. Kaffee gab’s aus einer Bialetti am Wegesrand, dann weiter entlang der Lahn. Gegen 19 Uhr erreichten wir das Stadtcamping in Marburg – bereits von einer Bikepacker-Clique bevölkert. Die Idylle an der Lahn wurde nachts allerdings gestört: Waschbärenbanden sorgten für Chaos, zerbissen Trinkflaschen, verwüsteten Taschen – ein wildes Survival-Camp mit wenig Schlaf.
Nach einer Stadtrunde durch Marburg samt Schlossbesichtigung und Großeinkauf ging’s weiter – bei etwas kühlerem Wetter, endlich. Quer durch Hessen ging es über den Naturpark Knüll, die Ausläufer der Rhön bei Bad Hersfeld bewundernd, der Fulda gen Norden folgend und bei Bebra auf die Werra einschwenkend. Das Panorama rund um den riesigen Kaliberg „Monte Kali“ war beeindruckend. Nachtlager: ein Kanu-Klub direkt an der Werra – gemeinsam mit Paddler*innen und anderen Radreisenden. Der Preis? 20 EUR pro Person – heftig für Zelt und Fahrrad.
Werratal – Wartburg (40 km)
Finale! Die ehemals deutsch-deutsche Grenze passiert und dann ein Sprint bis nach Eisenach: pittoreske Altstadt, enge Gassen, erste Blicke zur Wartburg. Und schließlich die steile Rampe zur Burg selbst: Schieben nicht erlaubt, der Puls pocht. Oben angekommen: Fahrrad verstaut in einer Fahrrad-Box, Blick über Thüringen, Film auf der Burgmauer. Geschichte zum Greifen. Und die Krönung? Thüringer Bratwurst und Schwarzbier – verdienter geht’s nicht.
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